Beim Feigenbaum schneiden entscheidet der Zeitpunkt über den Ertrag. Die Hausfeige trägt am
neuen Holz, deshalb schneiden Sie sie im Winter oder zeitigen Frühjahr, bevor sie austreibt.
Die Gartenfeige verhält sich anders. Sie fruchtet am einjährigen Holz und braucht nur einen
leichten Auslichtungsschnitt.
Wer beide Typen unterscheidet, vermeidet die zwei klassischen Fehler: zu spät schneiden und am
falschen Holz ansetzen. Dieser Ratgeber erklärt Zeitpunkt, Technik, Überwinterung und die
häufigsten Schnittfehler.
Hausfeige und Gartenfeige unterscheiden
Die richtige Schnittstrategie hängt von der Sorte ab. Beide Typen sehen im Garten ähnlich aus,
fruchten aber an unterschiedlichem Holz.
| Merkmal | Hausfeige | Gartenfeige |
|---|---|---|
| Erste Ernte | am neuen Holz, im Herbst | am Vorjahresholz, im Frühsommer |
| Zweite Ernte | selten | Herbstfeigen |
| Schnittzeitpunkt | Winter bis zeitiges Frühjahr | nach der ersten Ernte |
| Schnittbedarf | kräftig möglich | nur Auslichtung |
| Winterhärte | mittel, Schutz nötig | etwas härter |
Die Hausfeige ist in Deutschland die häufigere Kübel- und Spalierpflanze. Sie wächst kräftig,
braucht aber einen warmen, geschützten Platz.
Ein Blick auf die Früchte verrät den Typ. Reifen die Feigen spät im Jahr am neuen Trieb, ist es
meist eine Hausfeige. Ein früher Ansatz am alten Holz spricht für eine Gartenfeige.
Wann schneidet man einen Feigenbaum?
Der beste Zeitpunkt für den Hauptschnitt ist das späte Winterende, etwa Februar bis März. Die
Pflanze ruht dann, und die Schnittwunden verheilen vor dem Austrieb.
Schneiden Sie nicht im Herbst. Die Pflanze treibt nach dem Schnitt weich nach, und dieser
Austrieb erfriert im ersten Frost.
Bei der Gartenfeige schneiden Sie erst nach der ersten Ernte im Frühsommer. Dann entfernen Sie
abgeerntete Triebe und dünnen die Krone aus.
Feigenbaum schneiden im Sommer ist als leichter Korrekturschnitt möglich. Entfernen Sie dann nur
störende Triebe und kranke Zweige.
Feigenbaum schneiden im Herbst raten wir dagegen ab. Die Pflanze treibt vor dem Frost weich
nach, und dieser Austrieb erfriert.
Feigenbaum schneiden: Anleitung
Diese Anleitung zum Feigenbaum schneiden arbeitet in wenigen, klaren Schritten. So bleibt die
Krone luftig und der Ertrag stabil.
-
Prüfen Sie die Pflanze auf tote, kranke und sich kreuzende Triebe.
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Schneiden Sie totes Holz bis ins gesunde, grüne Gewebe zurück.
-
Entfernen Sie schwache, dünne Triebe an der Basis.
-
Kürzen Sie starke Haupttriebe auf die gewünschte Länge.
-
Decken Sie größere Wunden nicht ab, lassen Sie sie lufttrocknen.
Setzen Sie die Schere immer knapp über einer nach außen zeigenden Knospe an. Der neue Trieb
wächst dann nach außen und die Krone bleibt offen.
Bei größeren Ästen nutzen Sie eine scharfe Astsäge. Quetschungen und Risse sind Eintrittspforten
für Pilze.

Starker Rückschnitt bei Feigen
Ein starker Rückschnitt ist bei der Hausfeige möglich. Sie treibt zuverlässig aus altem Holz neu
aus, selbst wenn Sie bis auf 30 bis 50 Zentimeter über dem Boden zurückschneiden.
Sinnvoll ist ein solcher Verjüngungsschnitt, wenn die Pflanze zu groß oder innen kahl geworden
ist. Der neue Austrieb wächst kräftig und trägt im Herbst wieder Früchte.
Schneiden Sie in einem Jahr aber nie mehr als etwa ein Drittel der gesamten Triebmasse weg.
Sonst verausgabt sich die Pflanze und bildet nur schwache Neutriebe.
Bei der Gartenfeige ist ein starker Rückschnitt riskant. Sie trägt am Vorjahresholz, deshalb
kostet jeder kräftige Schnitt die nächste Ernte.
Feigenbaum überwintern
Junge Feigenbäume und Kübelpflanzen brauchen in Deutschland Winterschutz. Im Freiland schützen
Sie den Wurzelbereich mit Laub, Stroh oder einer dicken Mulchschicht.
Wickeln Sie den Stamm und die unteren Triebe mit Vlies oder Jutesack ein. Das schützt vor
Frost und vor austrocknendem Wind.
Im Kübel ist ein kühles, helles Winterquartier ideal, etwa bei 2 bis 8 °C. Giessen Sie sparsam,
damit der Ballen nicht austrocknet.
Ein Rückschnitt vor dem Winter ist nicht nötig. Der Schutz zählt mehr als der Schnitt, denn
unreife Triebe frieren ohnehin zurück.
Wer einen Feigenbaum pflanzen will, wählt am besten das Frühjahr. Dann wurzelt er vor dem
ersten Winter gut ein.

Häufige Fehler beim Feigenbaum schneiden
Schnitt im Herbst
Der häufigste Fehler ist der Herbstschnitt. Die Pflanze treibt weich nach, und dieser Austrieb
erfriert im Winter.
Zu späte Gartenfeige geschnitten
Wer die Gartenfeige im Frühjahr stark schneidet, entfernt das blütentragende Vorjahresholz. Die
erste Ernte fällt dann komplett aus.
Zu viel auf einmal entfernt
Ein Rückschnitt von mehr als einem Drittel schwächt die Pflanze. Sie bildet viele dünne
Wassertriebe statt kräftiger Fruchttriebe.
Wunden versiegelt
Streichen Sie große Wunden nicht mit Baumwachs. Feigen heilen offene Schnitte besser an der
Luft, und ein Verschluss fördert Fäulnis.
Häufige Probleme mit konkreten Anzeichen
Klebrige weisse Wolle an den Trieben
Wollige, weisse Beläge an Blattachseln und Trieben deuten auf Wollläuse hin. Tupfen Sie die
Tiere mit einem Alkohol-Wattestäbchen ab und behandeln Sie stärkeren Befall mit Paraffinöl.
Braune Flecken an den Blatträndern
Vertrocknen die Blattränder und rollen sich die Blätter ein, leidet die Feige meist unter
Trockenheit. Auch zu enge Wurzeln im Kübel lösen das aus. Umtopfen und gleichmäßiger giessen
helfen.
Grauer Schimmel an den Früchten
Ein grauer Pelz auf reifenden Feigen ist Botrytis, der Grauschimmel. Entfernen Sie befallene
Früchte sofort und lüften Sie die Krone durch Auslichten.
Pflanze friert bis zum Boden zurück
Stirbt der oberirdische Teil im Winter ab, treibt eine gesunde Hausfeige wieder aus. Prüfen Sie
das Holz unter der Rinde. Ist es grün, warten Sie den neuen Austrieb ab.
Frequently Asked Questions
Welche Fehler können beim Schneiden eines Feigenbaums gemacht werden?
Die drei häufigsten: Schnitt im Herbst, starker Schnitt an der Gartenfeige am Vorjahresholz und
das Entfernen von mehr als einem Drittel der Triebmasse auf einmal.
Wann und wie schneidet man einen Feigenbaum zum Überwintern?
Für den Winter ist kein Schnitt nötig. Schützen Sie Wurzelbereich und Stamm stattdessen mit
Laub, Stroh und Vlies. Unreife Triebe frieren ohnehin zurück.
Wann ist die beste Zeit, um einen Feigenbaum zu schneiden?
Die Hausfeige schneiden Sie im späten Winter, etwa Februar bis März, vor dem Austrieb. Die
Gartenfeige schneiden Sie nach der ersten Ernte im Frühsommer.
Ist ein starker Rückschnitt bei Feigen möglich?
Bei der Hausfeige ja, sie treibt aus altem Holz neu aus und verträgt einen Rückschnitt bis auf
30 bis 50 Zentimeter. Bei der Gartenfeige kostet ein starker Schnitt die nächste Ernte.
Wie überwintert man einen Feigenbaum?
Im Freiland schützen Laub und Vlies den Wurzelbereich und Stamm. Kübelpflanzen überwintern hell
bei 2 bis 8 °C und werden sparsam gegossen.
Wo pflanzt man einen Feigenbaum am besten?
An einen vollsonnigen, warmen und windgeschützten Platz, ideal an einer Südwand. Der Boden
sollte durchlässig sein, Staunässe schadet der Feige.
Von Neil Armstrong. Zuletzt aktualisiert: September 2026.
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