Eine Dispersionsfarbe kostet pro Quadratmeter Wandfläche rund 1 bis 4 Euro, wenn Sie selbst streichen. Mit Handwerker liegen die Malerarbeiten bei etwa 5 bis 12 Euro pro Quadratmeter.
Dispersionsfarbe ist die klassische Wandfarbe aus Pigmenten, Füllstoffen und einem Bindemittel auf Kunststoffbasis. Sie deckt gut, ist günstig und lässt sich auf fast allen Untergründen verarbeiten.
Deshalb kommt sie in Mietwohnungen, Häusern und Büros am häufigsten zum Einsatz. Dieser Ratgeber zeigt die realen Kosten, den Arbeitsaufwand beim Streichen und Entfernen, die Entsorgung und den Vergleich mit Silikatfarbe.

Was kostet Dispersionsfarbe pro Quadratmeter?
Die Kosten hängen stark davon ab, ob Sie selbst streichen oder einen Betrieb beauftragen. Ein einzelner Anstrich braucht weniger Farbe als zwei deckende Schichten.
Rechnen Sie pro Anstrich mit etwa 0,1 bis 0,15 Litern Farbe pro Quadratmeter. Günstige Innenwandfarbe kostet 2 bis 5 Euro pro Liter, hochwertige Markenfarbe 6 bis 12 Euro.
Für einen deckenden Zweifachanstrich ergibt das Materialkosten von rund 0,5 bis 3 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommen Abdeckfolie, Kreppband und Werkzeug.
| Posten | Selbst streichen | Handwerker |
|---|---|---|
| Farbe (2 Anstriche) | 0,5-3 €/m² | 1-3 €/m² |
| Werkzeug, Abdeckung | 0,2-0,8 €/m² | inklusive |
| Arbeitslohn | 0 € | 4-9 €/m² |
| Gesamt pro m² | 1-4 € | 5-12 €/m² |
| 60 m² Wohnung | 60-240 € | 300-720 € |
Die Tabelle nennt Richtwerte. Region, Deckkraft der Farbe und der Zustand der Wände verschieben den Endpreis. Ein Altbau mit Rissen kostet mehr als eine glatte Neubauwand.
Für eine komplette 60-Quadratmeter-Wohnung rechnen Handwerker meist mit 300 bis 720 Euro. Wer selbst streicht, kommt mit 60 bis 240 Euro für Material davon.

Was die Kosten beeinflusst
Mehrere Faktoren bestimmen, wie viel Sie am Ende zahlen. Wer sie kennt, kann ein Angebot besser einschätzen.
- Untergrund: Glatte Raufaser braucht weniger Farbe als eine saugende Kalkwand.
- Deckkraft: Dunkle Altfarbe überstreichen verlangt oft drei statt zwei Anstriche.
- Wandhöhe: Decken und hohe Räume kosten wegen Gerüst und Aufwand mehr.
- Zustand: Risse, Löcher und Schimmel müssen zuerst repariert werden.
- Fläche: Große Flächen senken den Preis pro Quadratmeter, kleine erhöhen ihn.
- Farbe: Intensivtöne sind teurer und brauchen eine Grundierung.
Ein wichtiger Punkt ist die Saugfähigkeit. Eine alte, kreidende Wand zieht Farbe auf wie ein Schwamm. Dann reichen zwei Anstriche nicht, und die Rechnung wächst.
Auch das Ausbessern zählt. Kleine Löcher und Risse füllen Sie vorher mit Spachtelmasse, sonst bleiben sie sichtbar. Diese Vorarbeit kostet Zeit, aber kein Material.
Dispersionsfarbe streichen: so gehen Sie vor
Streichen gelingt mit der richtigen Vorbereitung deutlich sauberer. Planen Sie für einen Raum von 20 Quadratmetern etwa vier bis sechs Stunden ein.
- Möbel rücken Sie zur Seite und decken den Boden mit Folie ab.
- Steckdosen und Fußleisten kleben Sie mit Kreppband ab.
-
Löcher und Risse spachteln Sie glatt und lassen sie trocknen.
-
Die Wand streichen Sie zuerst mit dem Pinsel an den Kanten.
- Anschließend rollen Sie die Fläche mit der Walze in Bahnen.
- Nach der Trockenzeit folgt der zweite Anstrich.
Für den ersten Anstrich verdünnen Sie die Farbe leicht, damit sie besser in den Untergrund zieht. Der zweite Anstrich erfolgt unverdünnt und deckt dann gleichmäßig.
Rollen Sie immer von der bereits gestrichenen Fläche weg. So vermeiden Sie Ansätze und Streifen. Zwischen zwei Anstrichen warten Sie mindestens vier bis sechs Stunden.
Dispersionsfarbe entfernen
Manchmal lässt sich alte Farbe nicht einfach überstreichen. Dann müssen Sie sie vorher entfernen.
Auf glatten Flächen hilft eine Farbfräse oder ein Spachtel. Auf Tapete schneiden Sie die Bahnen ein und lösen sie mit Wasser oder einem Dampfgerät.
Für alte, fest sitzende Schichten gibt es Abbeizer. Diese Mittel kosten etwa 10 bis 25 Euro pro Liter und decken je nach Schicht 2 bis 5 Quadratmeter.
Das Entfernen ist körperlich anstrengend. Ein Maler berechnet dafür je nach Aufwand 8 bis 20 Euro pro Quadratmeter. Prüfen Sie vorher, ob ein Überstreichen nicht günstiger ist.
DIY oder Handwerker?
Ob Sie selbst streichen oder einen Betrieb holen, hängt von Zeit, Fläche und Anspruch ab. Beides hat klare Vor- und Nachteile.
Selbst streichen spart den Arbeitslohn, also den größten Kostenblock. Dafür brauchen Sie Zeit, Werkzeug und etwas Übung. Bei kleinen Räumen und einfachen Farben lohnt es sich fast immer.
Ein Handwerker lohnt sich bei großen Flächen, hohen Räumen und schwierigen Untergründen. Auch wer Decken streichen muss, ist mit einem Betrieb oft besser dran, weil dort Gerüst und Erfahrung zählen.
Die Faustregel: Für eine einzelne Wand greifen Sie selbst zur Rolle. Für eine ganze Wohnung mit Decken holen Sie zwei Angebote ein und vergleichen.
Dispersionsfarbe entsorgen
Reste von Dispersionsfarbe gehören nicht in den Abfluss oder die Restmülltonne. Eingetrocknete Farbe zählt als Sondermüll.
Kleine Mengen lassen Sie in der Dose an der Luft vollständig trocknen. Die feste Masse können Sie dann beim Wertstoffhof abgeben, oft kostenlos.
Flüssige Reste nehmen Schadstoffmobile und manche Baumärkte an. Fragen Sie vorher nach den Annahmezeiten, denn diese wechseln je nach Kommune.
Größere Mengen sollten Sie getrennt sammeln. Wer Farbe verdünnt in den Ausguss gießt, belastet das Abwasser und riskiert ein Bußgeld.
Dispersionsfarbe oder Silikatfarbe?
Silikatfarbe basiert auf Wasserglas und verbindet sich chemisch mit dem Untergrund. Dispersionsfarbe bildet dagegen einen Kunststofffilm auf der Wand.
| Merkmal | Dispersionsfarbe | Silikatfarbe |
|---|---|---|
| Bindemittel | Kunststoff | Wasserglas |
| Atmungsaktiv | eingeschränkt | hoch |
| Preis pro Liter | 2-12 € | 8-20 € |
| Deckkraft | hoch | mittel bis hoch |
| Geeignet für | fast alle Wände | mineralische Putze |
| Schimmelresistenz | mittel | hoch |
Silikatfarbe ist teurer und lässt sich schlechter auf Dispersionsfarbe streichen. Mineralische Farbe braucht einen offenen, saugenden Untergrund.
Wer eine alte Kalk- oder Silikatwand saniert, bleibt besser beim mineralischen System. Für trockene Innenräume mit Raufaser reicht die günstigere Dispersionsfarbe.
Ein Hinweis: Dispersionsfarbe ist nur eingeschränkt atmungsaktiv. Der Kunststofffilm bremst den Feuchtetransport, was in feuchten Räumen ein Nachteil sein kann.
Häufige Fehler
Ein verbreiteter Fehler ist, zu wenig Farbe zu kaufen. Wer knapp kalkuliert, muss nachkaufen und trifft dann oft keine exakte Farbcharge.
Ebenso häufig: ohne Grundierung auf einen stark saugenden Untergrund streichen. Die erste Schicht verschwindet förmlich, und der Verbrauch steigt.
Unterschätzt wird die Trockenzeit. Wer zu früh den zweiten Anstrich aufträgt, zieht die erste Schicht wieder an und erzeugt Schlieren.
Zuletzt die Entsorgung: Viele gießen Farbreste in den Abfluss. Das ist verboten und belastet die Umwelt.
Frequently Asked Questions
Was ist der Unterschied zwischen Wandfarbe und Dispersionsfarbe?
Wandfarbe ist der Sammelbegriff für alle Innenfarben. Dispersionsfarbe ist eine davon und nutzt Kunststoff als Bindemittel. Es gibt daneben Silikat- und Leimfarben.
Für was nimmt man Dispersionsfarbe?
Sie eignet sich für Innenwände und Decken auf Putz, Tapete und Beton. Auch viele Fassadenfarben basieren auf Dispersion, dann mit Wetterschutz.
Welche Nachteile hat Dispersionsfarbe?
Der Kunststofffilm ist nur eingeschränkt atmungsaktiv. Auf feuchten mineralischen Wänden kann Feuchtigkeit stauen. Zudem ist sie schwerer zu entsorgen als Kalkfarbe.
Was kostet Dispersionsfarbe pro Quadratmeter?
Material kostet beim Selbststreichen 0,5 bis 3 Euro pro Quadratmeter für zwei Anstriche. Mit Handwerker liegt der Preis bei 5 bis 12 Euro pro Quadratmeter.
Kann man Dispersionsfarbe auf Silikatfarbe streichen?
Nur mit passender Haftgrundierung. Dispersionsfarbe haftet schlecht auf stark saugender Silikatfarbe. Besser ist eine mineralische Farbe auf dem mineralischen Untergrund.
Ist Dispersionsfarbe atmungsaktiv?
Nur eingeschränkt. Der Kunststoffanteil bremst den Feuchtetransport. In Bädern und auf feuchten Wänden sind Silikat- oder Kalkfarben die bessere Wahl.
Von Neil Armstrong. Zuletzt aktualisiert: September 2026.
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